»Bottoms Up!«

 

Mit Werken von Martin Guttmann, Julian Göthe, Christina Gruber & Clemens Schneider, Michele di Menna, Fernando Mesquita, Michael Part, Lucia Elena Průša und Marina Sula; kuratiert von Severin Dünser und Olympia Tzortzi

 

Fluc, Praterstern 5, Wien

14. März 2018

 

Beim gemeinschaftlichen Trinken werden soziale Bindungen geknüpft, es wird kommuniziert und interagiert. Die Wahl der Getränke definiert dabei auch die Beziehung der Partizipierenden untereinander, während damit verbundene Rituale Strukturen für die Art des Zusammenseins vorgeben. Die Künstler der Ausstellung haben eine Reihe von Getränken konzipiert und appropriiert bzw. damit in Verbindung stehende Handlungsanweisungen formuliert:
Martin Guttmann konnte man die Hand auflegen, um durch Gedankenübertragung zu erfahren, an welche Künstlerin bzw. An welchen Künstler er gerade denkt. Lag man falsch – und das war eigentlich immer der Fall – musste man einen Vodkashot trinken.
Julian Göthe mischte aus Noilly Prat Wermut und Tanqueray Number Ten Gin seinen Lieblingsmartini.
Christina Gruber & Clemens Schneider luden auf einen Milkshake und ein Sinnieren über den schleichenden Niedergang der Idee des American Dream ein.
Michele di Menna steuerte einen Drink bei, den sie »Cosmic Imbalance« getauft hat. Er besteht aus zwei Shots nacheinander: Zuerst ein süsslicher Whiskey-, dann ein Gewürzgurkenwasser-Shot.
Fernando Mesquitas Beitrag war ein portugiesisches Trinkspiel, das »Jogo da moeda«. Bei dem Münzspiel können von jedem Mitspieler bis zu drei Münzen verdeckt auf den Tisch gelegt werden - wer die Anzahl der Münzen errät, ist raus, wer am Schluss übrig bleibt, muss eine Runde zahlen.
Michael Part bereitete einen speziellen Vodka für den Abend zu, der das Getränk mit der charakteristischen Note von Chanels Nr. 5 kombinierte.
Lucia Elena Průša brachte Kakao aus Mexiko mit, den sie zusammen mit Chili, Zimt und Wasser zu einem Heißgetränk aufkochte, das dort wo der Kakao herkommt auch so getrunken wird.
Marina Sula braute aus Zimt, Jasmin, Grapefruit, Rosenblüten und anderen Zutaten einen magischen Trank. Der Liebestrank nach altem Rezept versprach, dass die Person die in trinkt sich in die Person verliebt, die das Getränk überreicht hat.
Was ansonsten die Kommunikation begleitet, wurde in der partizipativen Ausstellung selbst zum inhaltlichen Kern, während es ganz in der Tradition der Relational Aesthetics ein Conversation Piece zu einer Sozialen Skulptur machte und umgekehrt.